Fernöstliche Kampfsportarten in der Mehrzweckhalle – Erlös für Eishallenopfer

PIDING – Ein großer Erfolg war die Benefiz-Kampfkunst-Gala in der Mehrzweckhalle in Piding/ Bad Reichenhall. Die Kampfsportschule Zanshin aus Bad Reichenhall feierte ihr zehnjähriges Jubiläum und nahm dies zum Anlass, die Einnahmen für die Opfer des Eishallenunglücks in Bad Reichenhall zu spenden. Neben zahlreichen regionalen und überregionalen Gruppen, die Taekwondo- und Karatevorführungen zeigten, konnten die Gäste der Bruchtest-Show des Organisators Peter Wetzelsperger und der Kampfkunst-Mystik der weiteren Organisatorin Petra Hielscher beiwohnen. Außerdem fand der Kampf um den Alpenpokal statt.

Der Radiomoderator Thorsten Jost begleitete die zahlreich erschienenen Gäste durch das Programm und eröffnete neben dem 1. Bürgermeister von Piding, Valentin Reichenberger, die Veranstaltung.
„Diese Sportarten sollen die Lebensqualitäten der Menschen in unserer Region

verbessern,“ erklärt Valentin Reichenberger im Gespräch mit der Heimatzeitung kurz vor Beginn der Gala und fährt auf Nachfrage fort: „Wir freuen uns, für solche Veranstaltungen unserer Mehrzweckhalle kostenlos zur Verfügung stellen zu können.“ Auch er hieß die Gäste in der nahezu ausverkauften Mehrzweckhalle willkommen. Der Radiomoderator Thorsten Jost moderierte den Abend, der von den Leitern der Kampfsportschule Zanshin Petra Hielscher und Peter Wetzelsperger organisiert wurde und erklärte, dass der Reinerlös den Opfern des Eishallenunglücks zugute kommt. Den vielen Sponsoren und Helfern, die diese Veranstaltung ermöglicht haben wurde in diesem Zusammenhang gedankt.
Thorsten Jost gab die Bühne frei für den ersten Teil der Veranstaltung, der den Gästen eine ganz seltene Art des Kampfsports zeigte. Die Gruppe Japanische Taiko Trommeln-Okumikawa aus Laufen entführte die Gäste mit riesigen Holztrommeln in eine fernöstliche Klangwelt. Diese, kombiniert mit Bewegung, vereint Rhythmus und Kraft und ließ die Zuschauer staunen. Taiko heißt übersetzt „große Trommel“, und diese macht ihrem Namen alle Ehre. Petra Hielscher zeigte dann den Gästen eine mystische Art des Kampssports, vereint mit elfenhaften Bewegungen, die durch die passende Musik sehr geheimnisvoll wirkte.
Etwas rabiater ging die Taekwondo-Gruppe U-Chong aus Traunstein zur Sache und zeigte den Gästen Kampfübungen, bei denen dem Gegner mit Händen und Füßen zu Leibe gerückt wird. Auch die Schüler der Kampfsportschule Zanshin zeigten großen körperlichen Einsatz und demonstrierten die Sportart Kickboxen. Die angedeuteten Tritte und Schläge ließen die Zuschauer staunen.
Genau so wenig sollte man die Gruppe Shin-Ken-Ryu-Do aus Brannenburg unterschätzen. Diese zeigte die hohe Kunst des Schwertkampfes. Sie kämpften in ihrer Showeinlage mit präzisen und harmonischen Bewegungen. Der Höhepunkt ihrer Show war die Demonstration der Schärfe der Schwerter. Mit höchster Konzentration zerschlugen die zwei Großmeister einen Schilfstock, der den Widerstand eines Armes oder Beines simulierte.
Die Ehrfurcht der Zuschauer vor derartigen Waffen wich mit dem Auftritt der Gebrüder Weinold aus Innsbruck, die mit viel Witz und einem ganz besonderen Charme die Zuschauerherzen im Sturm eroberten. Sie zeigten Kampftechniken und neckten sich gegenseitig ein wenig. So fand sich der Fuß des Bruders in Zeitlupengeschwindigkeit im Gesicht des anderen und bohrte mit dem Zeh in dessen Nase. Die Innsbrucker haben schon bei etlichen Filmproduktionen mitgewirkt und können auf eine lange Titelliste zurückblicken.
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Bruchtest-Show des Leiters der Kampfsportschule Zanshin Peter Wetzelsperger, der den Zuschauer demonstrierte, wie er den Widerstand von 12 Betonplatten mit der blanken Hand bricht. Außerdem schlug er einen Baseballschläger scheinbar mühelos entzwei und machte mit zwei Kokosnüssen „kurzen Prozess“. Den Zuschauer taten schon beim Zusehen die Hände weh.
In mitfühlende Gesichter in den Zuschauerreihen konnte man auch bei den abschließenden Kämpfen um den Alpenpokal blicken. Die Kämpfe wurden in den Richtungen Semikontakt-Kickboxen ausgetragen, bei denen leicht getreten und geschlagen werden darf, aber nur oberhalb der Gürtellinie. Die amtierende Doppelweltmeisterin Petra Brandenburg traf dabei auf die vierfache Weltmeisterin Nicole Trimmel. Die beiden Frauen boten einen atemberaubenden Kampf, den die Wienerin mit dem Sieg beendete.
Auch die Herren kämpften um den begehrten Alpenpokal. Der Weltmeister Michael Gepard traf auf den zweifachen Weltmeister Daniel Gruber, und auch diese lieferten sich einen nicht weniger erbitterten, aber fairen Kampf. Daniel Gruber war der Glückliche, der den Pokal – wie auch die Damen – von Bürgermeister Valentin Reichenberger überreicht bekam.
(Reichenhaller Tagblatt)

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Benefizgala für Eishallenopfer in Bad Reichenhall
Rhythmus und Kraft begeistern Zuschauer